Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds sind Bestandteil vieler konservativ ausgerichteter Depots.
Im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienbeteiligungen werden offene Fonds fortlaufend gehandelt und stehen so einem breiten Publikum zur Verfügung. Immobilienfonds, deren Schwerpunkt auf dem deutschen Markt für private Objekte liegt, gelten als besonders sichere Anlage. Die Rendite fällt dementsprechend gering aus und übersteigt die von sicheren Staatsanleihen bester Bonität nur marginal.

Immobilien werden gemeinhin als mögliche Komponente eines aus Aktien und Renten zusammengesetzten Portfolios betrachtet.
Die Entwicklung der Fonds verläuft erfahrungsgemäß sehr konstant und damit unabhängig von den Geschehnissen an den internationalen Finanzmärkten. Immobilien gelten darüber hinaus als krisensicher und als wirksamer Schutz vor Inflation.

Offene Immobilienfonds sind die Gewinner der ab dem kommenden Jahreswechsel geltenden Abgeltungssteuer: Sie können auch in Zukunft Veräußerungsgewinne nach Ablauf der Spekulationsfrist von zehn Jahren steuerfrei vereinnahmen und werden damit relativ gesehen attraktiver.

Immobilienfonds, die ihren operativen Schwerpunkt außerhalb der Bundesrepublik unterhalten, sind differenziert zu betrachten.
In vielen Ländern Europas, insbesondere in Spanien, dem Vereinigten Königreich sowie in Irland verzeichneten die Immobilienmärkte in den zurückliegenden fünfzehn Jahren einen regelrechten Boom, der schließlich in einer spekulativen Blase mündete. Solange die Folgen dieser nicht gänzlich absehbar sind und ein adäquates Bewertungsniveau erreicht ist, sollten Anleger den Einstieg in derartige Fonds unterlassen.

Konservative Investoren sollten nach Einschätzung von Experten bis zu zwanzig Prozent ihres Vermögens in offenen Immobilienfonds unterhalten. In Kombination mit Staatsanleihen bester Bonität und defensiven Aktientiteln kann so ein äußerst solides Portfolio konstruiert werden, dass bis kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand nicht mehr umgeschichtet werden muss.

Offene Immobilienfonds sind meist mit moderateren Ausgabeaufschlägen verbunden als es bei Aktienfonds der Fall ist - mehr als zwei Prozent Agio sollten Anleger nicht bezahlen.