Ausland

Die Möglichkeiten der Kapitalanlage, die deutschen Investoren offen stehen, beschränken sich bei Weitem nicht mehr nur auf die heimischen Aktien- und Rentenmärkte. Anleger können ihre Mittel rund um den Globus streuen und an den Entwicklungen der Kapitalmärkte weltweit partizipieren.
In den zurückliegenden fünf Jahren haben sich dabei auch zunehmend Investmentvehikel etabliert, die in exotischen Ländern und in spezielle Marktnischen investieren. In diesem Zusammenhang sollten Anleger mit Bedacht vorgehen: Die Risiken von Anlagen mit hohem Spezifikationsgrad sind häufig nur schwer einzuschätzen.

In jüngster Vergangenheit mussten Investoren zum wiederholten Male mit ansehen, wie ein von Banken und Vermittlern gepriesener Markt schmerzliche Einbrüche verzeichnete und einer großen Anlegerschar Schaden zufügte:
Der blutjunge vietnamesische Aktienmarkt wurde zunächst von einer Welle ausländischen Kapitals überschwemmt und bildete eine rein quantitativ begründete Spekulationsblase aus, die nach kurzer Zeit platzte. Der Aktienmarkt in Vietnam verlor gemessen an seinem Höchststand in der Spitze achtzig Prozent seines Wertes – binnen weniger Wochen.

Das Beispiel Vietnam zeigt, dass Investments im Ausland, insbesondere in exotischen Märkten, mit besonderen Risiken verbunden sind.
Die Strukturen aufstrebender Volkswirtschaften und damit auch die ihrer Finanzmärkte sind im Hinblick auf ihre Stabilität nicht mit deutschen und westeuropäischen Standards vergleichbar und sollten daher niemals als Basisinvestment genutzt werden, sondern lediglich zur Beimischung in moderatem Umfang dienen.

Anleger sollten bei Investments in exotischen Märkten darüber hinaus die Marktliquidität beobachten, um das Risiko besser einschätzen zu können: Je mehr Aktien gehandelt werden und je geringer die Geld-Brief-Spanne ausfällt, desto kleiner ist das Fungibilitätsrisiko.