Die Konjunktur

Die Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte steht unter starkem Einfluss der wirtschaftlichen Aktivität, die wiederum zyklischen Schwankungen unterliegt. Diese Schwankungen werden in der volkswirtschaftlichen Theorie als Konjunktur bezeichnet.

Die Konjunktur lässt sich anhand verschiedener gesamtwirtschaftlicher Größen und ihrer zyklischen Entwicklung beschreiben; die wesentlichen Parameter sind dabei Löhne, Zinsen und Preise sowie das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Letzteres versteht sich als die Summe aller Einkommen in einer Volkswirtschaft und ist der zentrale Indikator für die konjunkturelle Verfassung einer Wirtschaft.

Das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung der Aktienmärkte stehen in engem Zusammenhang zueinander, wobei sich eine zeitliche Verschiebung von etwa sechs Monaten etabliert hat. Je besser die konjunkturelle Verfassung, desto besser ist per definitionem auch die Verfassung des Aktienmarktes, wobei eine ausschließliche Korrelation selbstredend nicht stattfindet.

Die Konjunktur wird von zahlreichen Wirtschaftsforschungsinstituten, vom Rat der Weisen und anderen wichtigen Finanzinstitutionen sowie von sämtlichen Banken, regelmäßig prognostiziert. Mit verschiedenen Frühindikatoren versuchen Wissenschaftler, die Geschwindigkeit des Wirtschaftswachstums vorherzusagen. Dabei werden Stimmungsindikatoren und Meinungsumfragen ebenso ausgewertet wie Daten zur Auftragslage bestimmter Wirtschaftszweige.

Anleger sollten die Konjunktur bei ihren Entscheidungen grundsätzlich berücksichtigen. Steht offenkundig eine Rezession bevor, bietet sich die Reduzierung der Aktienquote an. Wer monatlich einen bestimmten Betrag in Fonds investiert um ein Vermögen aufzubauen, braucht die gesamtwirtschaftliche Entwicklung allerdings nicht zu verfolgen: Durch den Cost Average Effekt kann im Rahmen eines Sparplans auch in rezessiven Zeiten ohne Sorge investiert werden.

Durch die zunehmende Verflechtung der Volkswirtschaften rund um den Globus verzeichnet die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und der Eurozone einen engen Zusammenhang mit der in anderen Teilen der Welt; insbesondere die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft ist für die Geschehnisse diesseits des Atlantiks von großer Bedeutung.