Steuern und Staat

Anleger, die mit Investmentfonds oder anderen Wertpapieren Gewinne erwirtschaften, müssen diese grundsätzlich versteuern. Bislang gilt dabei, dass Veräußerungsgewinne aus Geschäften mit Anteilsscheinen, die länger als ein Jahr im Depot befindlich waren, steuerfrei sind. Durch diese Spekulationsfrist wurden bislang langfristig orientierte Kapitalanleger bevorzugt. Wurden Gewinne im Rahmen kürzerer Engagements erzielt, mussten diese mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Die Regelung gilt allerdings nur für Fondsanteile, die vor dem 31.12.08 erworben werden. Investments, die nach diesem Stichtag erfolgen, unterliegen künftig der zum nächsten Jahreswechsel eingeführten Abgeltungssteuer. Diese unterzieht auf Ebene des verwaltenden Instituts sämtliche Veräußerungsgewinne einer pauschalen Besteuerung in Höhe von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Die Haltefrist sowie der persönliche Steuersatz spielen dabei keine Rolle mehr.

Halten Anleger nicht thesaurierende Fonds werden die Ausschüttungen ebenfalls der Besteuerung mit dem pauschalen Satz unterzogen, wobei dies unabhängig vom Datum des Erwerbs für alle Ausschüttungen gilt, die dem Anleger nach dem 31.12.08 zufließen.

Der bisherige Sparerfreibetrag fällt den gesetzlichen Neuerungen ab dem Jahr 2009 ebenfalls zum Opfer. In Zukunft verfügen Anleger nur noch über den Sparerpauschbetrag, der sich bei Alleinstehenden auf 801 Euro jährlich und bei gemeinsam veranlagten Ehegatten auf 1602 Euro jährlich beläuft. Mit dem Pauschbetrag sind sämtliche Werbungskosten vollständig abgegolten; eine steuerliche Geltendmachung in tatsächlicher Höhe findet nicht mehr statt. Insbesondere laufende Depotgebühren können so in Zukunft nicht mehr abgesetzt werden.

Die Besteuerung fällt immer dann an, wenn eine Position aufgelöst wird. Anleger sind angesichts der Übergangsregelung daher gut beraten, noch in diesem Jahr in Investmentfonds einzusteigen, die langfristigen Erfolg versprechen und damit die neue Steuer noch eine Zeit lang zu umgehen.