Wie werden Kapitalerträge besteuert?

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Steuerpflicht und müssen in der Einkommenssteuererklärung zwingend angegeben werden. Die einzelnen Ertragsarten werden dabei unterschiedlich behandelt. Veräußerungsgewinne aus Aktien, Fonds, Zertifikaten oder Anleihen müssen dabei in voller Höhe mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert werden.
Wurden die betreffenden Wertpapiere jedoch mindestens ein Jahr lang gehalten, entfällt die Steuerpflicht.

Dividenden unterliegen dem so genannten Halbeinkünfteverfahren. Dabei werden Ausschüttungen, die dem Anleger zugeflossen sind, zur Hälfte dem zu versteuernden Einkommen zugerechnet und mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Zinszahlungen aus Wertpapieren unterliegen in voller Höhe der Steuerpflicht.

Mit dem kommenden Jahreswechsel ändern sich die steuerlichen Rahmenbedingungen für Kapitalanleger grundlegend. Der Gesetzgeber hat die Einführung einer Abgeltungssteuer beschlossen und verfügt damit, dass depotführende Banken von sämtlichen Einkünften aus Kapitalvermögen automatisch 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag einbehalten.
Der persönliche Steuersatz des Anlegers spielt damit künftig für die Bemessung der Steuer keine Rolle mehr. Das Halbeinkünfteverfahren bei Dividendenzahlungen entfällt künftig ebenso wie die Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen aus Wertpapiergeschäften mit der Dauer von mehr als einem Jahr.

Der bisherige Sparerfreibetrag fällt den Neuerungen ebenfalls zum Opfer und wird durch den Sparerpauschbetrag ersetzt, der sich bei Alleinstehenden auf 801 Euro pro Jahr beläuft und mit dem sämtliche Werbungskosten abgegolten sind – eine steuerliche Geltendmachung in tatsächlicher Höhe ist ab dem nächsten Jahr nicht mehr möglich.

In Bezug auf die Spekulationsfrist hat der Gesetzgeber eine Übergangsregelung vorgesehen. Wertpapiere, die bis zum 31.12.08 erworben werden, können auch nach der Einführung der Abgeltungssteuer veräußert werden, ohne dass der Profit mit dem Fiskus geteilt werden muss.