Was sind Zertifikate?

Zertifikate sind ein vergleichsweise neues Investmentvehikel und vollzogen erst in den letzten Jahren einen regelrechten Siegeszug in der deutschen Finanzlandschaft. Es handelt sich bei den Wertpapieren um Schuldverschreibungen von Banken, deren Rückzahlungswert von den unterschiedlichsten Faktoren abhängig sein kann: Zertifikate, die sich eins zu eins mit einem Aktienindex bewegen existieren ebenso wie komplexe strukturierte Produkte mit einem vom vielen Parametern abhängigen Payoff-Profil.

Mit Zertifikaten lässt sich grundsätzlich in jeder Marktsituation eine attraktive Rendite erwirtschaften. Bonuszertifikate beispielsweise versprechen eine hohe Rückzahlung auch wenn der Markt seitwärts oder leicht fallend verläuft.
Der Emittent vereinnahmt bei der Konstruktion von Bonusprodukten die Dividenden des Underlyings und erwirbt damit eine digitale Option, die am Ende der Laufzeit eine attraktive Prämie auszahlt, wenn der Basiswert zu keinem Zeitpunkt während der Laufzeit auf oder unter einer definierten Kursmarke notierte.

Das Spektrum an zur Verfügung stehenden Zertifikaten ist außerordentlich groß und erfreut sich stetigen Wachstums; die Kreativität der Emittenten ist dabei bemerkenswert. Ob ein bestimmter Markt steigt, fällt oder stagniert, ist dabei von untergeordneter Bedeutung: Mit dem richtigen strukturierten Produkt lassen sich stets lukrative Renditen erzielen, wenn die Marktentwicklung korrekt eingeschätzt wurde.

Im Zuge der US-amerikanischen Finanz- und Hypothekenkrise trat eine Eigenschaft von Zertifikaten in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses: Durch die Konstruktion als - oft nachrangige – Schuldverschreibung müssen Inhaber von strukturierten Produkten im Falle einer Insolvenz des Emittenten mit dem Verlust ihrer Einlagen rechnen – unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes.
Im Gegensatz zu Fonds, die rechtlich als Sondervermögen konstruiert sind, sind Zertifikate demnach mit einem höheren Ausfallrisiko verbunden.