Garantiezertifikate: Aktienkauf mit Airbag

Garantiezertifikate sind unter deutschen Anlegern außerordentlich beliebt und gehören zu den am häufigsten gezeichneten strukturierten Produkten. Das Prinzip der Wertpapiere ist dabei einfach: Am Ende der Laufzeit bekommt der Anleger sein Einlage abzüglich des Agios vollständig zurück. Darüber hinaus kann er von positiven Entwicklungen eines bestimmten Underlyings, zum Beispiel einem großen Aktienindex, in gewissem Umfang profitieren: Ein Garantiezertifikat auf den Deutschen Aktienindex beispielsweise, das am Ende der dreijährigen Laufzeit zum Nennwert zurückbezahlt und mit einer Partizipationsrate von 0,3 ausgestattet ist, zahlt dem Anleger einen Bonus zur Einlage in Höhe von fünfzehn Prozent, wenn der Index um fünfzig Prozent zulegt. Der Vorteil dieser Konstruktion für Anleger liegt in der Möglichkeit, ohne Gefährdung der Einlage in moderatem Umfang am Underlying zu partizipieren.

Garantiezertifikate sind allerdings auch mit verschiedenen Nachteilen verbunden, die oft erst auf den zweiten Blick zu Tage treten: Die Garantiekomponente gewährleistet zwar die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals, aber keine Verzinsung, so dass die Garantiekomponente allein nicht in der Lage ist, den durch die Inflation entstehenden Kaufkraftverlust auszugleichen. Diese Opportunitätskosten werden von vielen Anlegern übersehen.

Garantieprodukte werden vom Emittenten aus zwei Komponenten zusammengesetzt: Die Struktur enthält eine Nullkuponanleihe und eine Option auf den Basiswert. Die Anleihe sichert die Rückzahlung des Nennwertes am Laufzeitende und die Option bietet die Partizipation am jeweiligen Underlying. Besonders günstige Möglichkeiten bieten sich in einem Umfeld, das von hohen Zinsen und geringen Schwankungen geprägt ist, da in solchen Phasen Optionen aufgrund der geringeren impliziten Volatilität besonders günstig sind.